Bewegung ins Thema Verkehr bringen

Menschen aus dem Soldiner Kiez treffen sich in einer Arbeitsgemeinschaft, um bei der Mobilität etwas zu verändern. Was sie geschafft haben und was sie noch schaffen wollen.

AG NMV

Die AG nachhaltige Mobilität und Verkehrswende bei der Arbeit. Foto: AG NMV

In einer offenen Gruppe treffen sich Menschen aus dem Soldiner Kiez, die beim Thema Mobilität etwas bewegen wollen.

Verkehr – (Probleme)- Reduzieren im Soldiner Kiez

Für das nächste Jahr ist für April ein Workshop zusammen mit dem Mieterbeirat geplant. Der vorläufige Arbeitstitel lautet „Verkehr – (Probleme)- Reduzieren im Soldiner Kiez“. Einer der Organisatoren, Robert Schimanek, sagt: „Zur Vorbereitung des Workshops werden noch Leute gesucht.“ Es müssen Flyer designt werden, eine umfangreiche Parkflächenzählung sollen durchgeführt werden. Wer mitmachen möchte, schreibt eine E-Mail an nachhaltiger.soldiner.kiez@gmail.com.

Rückblick: Projekt mitentwickelt

Die Gruppe hat bereits einiges geschafft. Sie setzte sich Anfang des Jahres zusammen, um sich zu überlegen, wie ein Projekt aussehen könnte, das sich im Soldiner Kiez mit Mobilität beschäftigt. Ihr Vorschlag war, mit temporären Spielstraßen die Nachbarschaft zu stärken und dabei auch Mobilitätsfragen anzugehen. „Wir haben uns mit dem Team des Quartiersmanagement zusammengesetzt, gemeinsam an Ideen gearbeitet und freuen uns, dass unsere Ideen in die letztendliche Ausschreibung des Projekts Reallabor eingeflossen sind“, sagt Robert Schimanek. So ist ihnen zum Beispiel wichtig, dass ein solches Projekt zur Verkehrsberuhigung nicht nur „vor

Eigentumswohnungen“ stattfindet, sondern „überall im Kiez“.

Aus Sicht des Quartiersmanagements kann die bürgernahe Vorbereitung dieses Projekts als gelungenes Beispiel einer sehr intensiven Beteiligung angesehen werden.

Diagonalsperre

Ein aktuelles Projekt der Gruppe ist ihr Vorschlag einer Diagonalsperre auf der Kreuzung Soldiner Straße und Grüntaler Straße. Hier hat die Gruppe umfänglich Daten erhoben und viele Varianten geprüft. „Im Grunde haben wir einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung umgesetzt“, sagt Robert Schimanek. Die BVV hatte den Bezirk aufgefordert, die Quartiersmanagements zu fragen, an welchen Stellen Diagonalsperren sinnvoll sind und dabei auf niedrigschwellige Beteiligung zu achten (Drucksache – 2096/V – Beschluss vom 20. Februar). Ob die Diagonalsperre kommt und was weiter zu unternehmen ist, ist derzeit offen. 

Über die AGNMW

Die Gruppe mit dem Namen Arbeitsgemeinschaft nachhaltige Mobilität und Verkehrswende (kurz AGNMV) ist kein Verein. Es gibt auch keine Mitgliedschaften. Etwa zwanzig Personen, die mal weniger mal mehr aktiv sind, engagieren sich. Über einen E-Mail-Verteiler bleiben alle auf dem Laufenden und jeder kann sich bei konkreten Diskussionen einklinken.

Die AGNMV gründete sich 2019. Anlass war die Frage im Quartiersrat, was von einem Verkehrskonzept für den Soldiner Kiez zu halten ist. „Eine solches Konzept ist notwendig, sollte aber nicht aus den Projektmitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt bezahlt werden“, lautet die Position, des Quartiersrates und der Gruppe.

Die AGNMW pflegt auf Facebook eine Seite unter facebook.com/nachhaltigersoldinerkiez.

18. September 2020