Licht am Ende des Kiezes dank Lampions aus Müll

Aus alten, weggeworfenen Materialien basteln Anwohnerinnen und Anwohner Lampions, um dunkle Ecken zu beleuchten.

Vorabfotos von der Lampionaktion. Foto: Daniel Dilger

Beim Aufhängen der Prototypen der Lampios. Foto: Daniel Dilger

Vorabfotos von der Lampionaktion. Foto: Daniel Dilger

Daniel Dilger wählt bewusst "erstrahlen", wenn er sagt, die "Grundidee war, aus Müll etwas zu schaffen, das erstrahlt". Er will Müll, der eigentlich etwas Unschönes ist, in etwas Leuchtendes verwandeln. Am Fußweg zwischen Koloniestraße und Panke werden er und seine beiden Freunde in Höhe des Seniorenwohnheims, des Hotels und des Kindergartens Laternen aus upgecycelten (deutsch: wiederverwerteten) Materialien aufhängen.

Die Wahl fiel auf diese dunkle Ecke im Kiez, weil das Team des Quartiersmanagements aus Gesprächen mit Nachbarinnen und Nachbarn weiß, das der Fußweg als düster empfunden wird. Man könnte sagen: Nun wird dem Soldiner Kiez auf diesem Weg ein Licht aufgehen. Zudem kann das Gefühl der Unsicherheit ein wenig gemindert werden. Zum anderen regen die nachhaltigen Lämpchen zum Nachdenken über die das so genannte enkeltaugliche Leben ein. 

Die drei Stationen auf dem Fußweg sind zunächst ein Test. Die drei wollen noch einigen weiteren Ecken Erleuchtung bringen. "Unser Ziel ist eine Art Schnitzeljagd", sagt Daniel Dilger. An mehreren Orten sollen später nachts die Lämplein leuchten. "Dann fühlen sich die Leute vielleicht eingeladen, möglichst alle anderen Lampions zu finden und zu entdecken." So könne ohne Zeigefinger darauf hingewiesen werden, dass Müll auch ein Rohstoff sein könne.

Daniel Dilger sieht sich als kreativer Kopf der Gruppe, aber nicht als Künstler. "Ich wollte einfach etwas im öffentlichen Raum machen. Und das Thema Nutzung von Abfall war mir wichtig", sagt er. Sein Freund Jakob Stimpfl steuert technische Kenntnisse zum Projekt bei. Und eine Freundin, Arundathi Sharma, ist Ingenieurin für Lichttechnik. Zusammen löten sie USB-Dioden zusammen, verkabeln die selbst gebastelten Lampions und klemmen teilweise auch Solarzellen. Andere Leuchten werden über eine Powerbank (Batterie) betrieben.

Aktuell probieren die drei noch aus. Die Fotos zeigen erste Probeläufe, es sind gewissermaßen Vorabfotos aus dem Versuchslabor. Im Juni soll dann der Test unter realen Bedingungen auf dem Verbindungsweg starten. Die Erfahrungen aus dem Test fließen dann in der zweiten Jahreshälfte in die schlussendliche Umsetzung an mehreren Orten ein.

Die Idee mit den Lampions hat der Aktionsfonds möglich gemacht.

25. Mai 2020