Stadtgärtnerinnen und -gärtner dürfen Friedhof nutzen

Ein Teil des Friedhofes St. Elisabeth II soll in einen gemeinsamen Garten umgewandelt werden. Am 26. Februar gibt die Initiative himmelbeet erste Infos.

Einladung zur Infoveranstaltung Gartenprojekt auf Friedhof. Grafik himmelbeet

Auf dem St-Jacobi Friedhof in Neukölln ist zu sehen, dass in Berlin aktuell für Friedhöfe neue grüne Nutzungen gefunden werden. Nun soll für einen Teil des Friedhofs St. Elisabeth II im Soldiner Kiez ebenfalls eine neue Verwendung ausprobiert werden. Dabei geht es ausdrücklich darum, dass sich die Nachbarschaft die in gewisser Weise neu gewonnene Fläche aneignet und zu ihrer macht. Welche Ideen bereits existieren und wohin sich das Gartenprojekt entwickeln könnte, darüber informieren die Stadtgärtner*innen von der Initiative himmelbeet am 26. Februar in der Carl-Kraemer-Grundschule.

Die Organisator*innen von himmelbeet wollen Fragen beantworten, wie: "Warum soll es ein Gartenprojekt auf einer Friedhofsfläche geben?" Und: "Was bedeutet solidarische Landwirtschaft, kurz SoLaWi Garten?" So einer der Macher. Bei dem Termin geht es entsprechend der Grundidee auch um eine Einladung an alle Nachbarinnen und Nachbarn, mitzumachen. Nicht zuletzt können die Gäste der Infoveranstaltung sich vernetzen.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, gibt es zwei Inforunden. Die erste startet um 10 Uhr, die zweite um 18.30 Uhr. Die Veranstaltungen dauern jeweils eine Stunde.

Das Plakat mit der Einladung ist mit "Macht mit!" überschrieben. Und: "Ein Garten entsteht". Idee ist, Friedhofsflächen als "zugängliches Grün im Stadtraum zu erhalten". So heißt es in einer Projektbeschreibung, die die Stadtgärtner*innen himmelbeet nun veröffentlicht haben. Hintergrund ist, dass in Deutschland immer weniger Friedhofsflächen benötigt werden, weil immer weniger Menschen Sargbestattungen wünschen. Das Gartenprojekt will den Friedhof einerseits öffnen und andererseits als Grünfläche erhalten. 

2,5 Hektar stehen am nordöstlichen Rand des Friedhofs St. Elisabeth II als Maximalfläche zur Verfügung. Ziel ist es, daraus eine gemeinschaftlich gepflegte Grünfläche zu schaffen. Die Stadtgärtner vom Himmelbeet streben nachhaltige Produktion von Lebensmitteln an. Angewendet werden sollen die Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi).

Das himmelbeet "wird die Entwicklung, Pflege und Verstetigung der Fläche fachlich und pädagogisch begleiten", heißt es in der Mitteilung. Und weiter: "Bei weiteren niedrigschwelligen Umweltbildungsangeboten sollen vor allem Kinder und Jugendliche für den nachhaltigen Anbau von Lebensmitteln und den Naturschutz im städtischen Kontext sensibilisiert werden."

Interessant für Erwachsene im Soldiner Kiez: Geplant sind regelmäßige Mitmachtage, an denen die Nachbarschaft einzelne Flächen nach ihren Vorstellungen und Bedürfnisse gestalten können.

Das Vorhaben ist Bestandteil des Projekts „GrüneF Wedding Moabit“ (Projektlaufzeit: 02/2019- 11/2020). Es wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin gefördert (Förderkennzeichen 1235-B6-B). Das Quartiersmanagement Soldiner Kiez ist Kooperationspartner. Träger des Projekts ist der evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte.

14. Februar 2020