Kinder erkundeten die Berufswelt der Erwachsenen

Zahlreiche Unternehmen im Soldiner Kiez öffneten sich während einer Projektwoche für Schülerinnen und Schüler der Andersen-Grundschule, damit die Kinder sich erste Berufsbilder machen konnten.

Berufsbilder

Die Personalmanagerin im Wyndham Garden Hotel in der Osloer Straße erklärt, was Hotelkaufleute und Hotelfachleute tun. Foto: Andrei Schnell

Beobachtungen während der Projektwoche im Hotel ...

"Hat Ihr Hotel einen Pool und eine Rutsche", will ein Junge der fünften Klasse von der Managerin für Human Ressources wissen. "Nein, denn unsere Gäste wollen sich die Stadt ansehen, wir sind ein Stadthotel". Die Kinder schauen ungläubig, vermutlich erinnern sie sich an ihren letzten Urlaub, bei dem die Wasserrutsche das Beste gewesen war. Dass aber auch Hotels ohne Spaßfaktor sehr gefragt sind und noch dazu nicht weit vor ihrer eigenen Haustür, davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler im ausgebuchten Frühstückssaal des Wyndham Garden Hotels in der Osloer Straße mit eigenen Augen überzeugen.

Sie durften Fragen stellen. Und ihre Fragen waren sehr konkret. Gibt es Security? Haben alle Zimmer eine Karte oder einen Schlüssel? Sind immer so viele Chinesen zu Gast? Sogar: Muss man Schicht arbeiten? Das wollte ein Kind wissen, das erzählte, dass seine Mutter auch im Hotel arbeitet.

Die Managerin für Human Resources - "ich stelle neue Mitarbeiter ein" - erklärte den Fünftklässlern den Unterschied zwischen Hotelkaufmann und Hotelfachmann. Und die beruflichen Möglichkeiten. "Ich selbst habe früher auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Das war spannend." Einige Kinderaugen leuchten zustimmend. Das können sie sich auch vorstellen.

... und auf dem Friedhof

Ortswechsel. Auf dem St. Elisabeth Kirchhof II an der Wollankstraße spüren die Kinder, dass man nicht jeden Tag weinen soll, wenn man auf einem Friedhof arbeitet. Der Mitarbeiter führt die Schülerinnen und Schüler der Andersen-Grundschule mit heiterem Lächeln durch seinen "Park". "Wir pflegen viel, wir gärtnern, wir erhalten Grün", sagt er. Sie stehen im Kreis um eine Kompostkiste. "Hier machen wir aus Resten toter Pflanzen gute Erde", erklärt er. Und dann müssen die Kinder doch kurz leise sein, denn in der Kapelle, wo manchmal die Beisetzungen stattfinden, soll Stille sein.

Die Projektwoche

Der Wochenplan der Projektwoche zählt für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse der Andersen-Grundschule 13 Einladungen von Unternehmen aus dem Soldiner Kiez auf. Jedes Kind konnte zwei bis drei Vorstellungen von Berufen wählen. Zur Auswahl standen der Beruf Beleuchter, Altenpflegerin, Bibliothekar, Bäckerin, Mechaniker, Druckerin, Optikerin, Verkäufer, Gärtnerin, Friseur und Hotelkaufmann. Vom 11. bis 15. Februar konnten die Schülerinnen und Schüler in die Berufswelt der Erwachsenen hineinschnuppern. Und das am Arbeitsplatz, dort wo den Berufen tatsächlich nachgegangen wird. "Es geht darum, dass die Kinder erste Eindrücke von verschiedenen Berufen gewinnen", erklärt Caroline Narr, die die Projektwoche organisiert hat.

Infos zum Projekt Berufsbilder

Berufsbilder Grundschule – Ich werde was ich will! stellt Grundschülerinnen und Grundschülern Berufe vor. Während verschiedener Projekttage an der Andersen-Grundschule in der Kattegatstraße soll das Interesse an aktuellen Berufen geweckt werden. Vermittelt wird Wissen zu verschiedenen Ausbildungen etwa in traditionellen Handwerksberufen aber auch in neuen Berufen.

Bereits im Oktober 2018 wurde an der Andersen-Grundschule eine Berufsmesse durchgeführt. Wichtiger Bestandteil des Projekts sind auch die Vor- und Nachbereitungen der Projekttage. Mit den Kindern. Aber auch mit den beteiligten Unternehmen.

Das Projekt Berufsbilder Grundschule wird vom Quartiersmanagement über den Projektfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt möglich gemacht.

Fotos von einigen wenigen Stationen der Projektwoche sind unter Fotoeindrücke und in einem Fotoalbum auf Facebook zu sehen.

Link zur Webseite des Projekts Berufsbilder.

18. Februar 2019